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Dies ist eine öffentliche
Veranstaltung!
Beschreibung der Höhle: Archäo-, Bio- und Geotop im Zechsteindolomit, seit über 100.000 Jahren bekannt, von Neandertalern genutzt, eiszeitl. Tierfriedhof mit ca. 70 fossilen Tierarten, berühmte Fundstätte des Unicornu fossile = Unicornu verum, bis zu 40 mächtige eiszeitl. Sedimente beinhalten Artefakte und menschl. Knochen von der Altsteinzeit bis zur heute, Forschungsstätte von u.a. Goethe, Leibniz, Löns und Virchow. Öffnungszeiten Geopark InfoStelle am 11.9.: 10 - 18 Uhr, Führungen stündl. 10 - 16 Uhr Führungsentgelte gestaffelt 1,- - 5,.- E Aktionen: 11.30 Uhr Wiedereröffnung des 1905 fertig gestellten Zugangsstollens nach Restaurierungsarbeiten, offizielle Benennung nach Herrmann Löns, danach "Löns"-Führung bis zur Blauen Grotte. Haus Einhorn: ganztags Angebote Lönsmahl: Oder-Forelle in Variationen
Der Löns-Tag wird unterstützt durch:
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Die Aktion: Es war schon lange Wunsch des Höhlenvereins, Löns ein Andenken in dieser Höhle zu setzen. Der bislang namenslose Eingangsstollen zur Höhle wurde vor 100 Jahren fertig gestellt, genau zu der Zeit, als Löns hier intensiv wirkte. Der Stollen erhält zum Denkmaltag am 11.9. den Namen Hermann-Löns-Stollen. Die Aktion der Tafelenthüllung ist zugleich der Abschluss umfangreicher Investitionsmaßnahmen in und an der Höhle.
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PRESSEBERICHT 8.September HARZKURIER PRESSEBERICHT 10.September HARZKURIER PRESSEBERICHT 13.September HARZKURIER
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Die Vorgeschichte: Der Berliner Arzt, Pathologe und Anatom Rudolf
Virchow leitete 1872 mit der intensiven Suche nach dem diluvialen
Menschen den Beginn neuer Grabungen in der Einhornhöhle bei
Scharzfeld am südlichen Harzrand ein. Diese Höhle schien der Schlüssel
für interessante Funde! Unter
Beteiligung der Rudolf-Virchow-Stiftung
wurde danach immer weiter gegraben. Man sucht und findet mit Spitzhacke
und Schaufel bewaffnet einfach alles: z.B. eine "Höhlenbärenjäger-Station"
mit Lagerfeuer sowie zerschlagenen und angebrannten Bärenknochen. Oder
auch jungsteinzeitliche Skelettgräber und Menschenknochen als
Mahlzeitenrest...... Aber
es kam scharfe Kritik auf. In der nachfolgenden
Diskussion wurde Zweifel geäußert, die Stiftung lehnt die
Bewilligung weiterer Gelder, da letztendlich Artefaktfunde und der Beweis
einer altsteinzeitlichen Besiedlung nicht vorlegbar waren. Der
bedeutende Naturforscher und Schriftsteller Hermann Löns (durch
verwandtschaftliche Bindungen an die damaligen Betreiber der Schauhöhle
eng mit Scharzfeld verbunden und gerade deshalb am wissenschaftlichen
Werdegang der Erforschung der Höhle höchst interessiert) forderte
bereits während der Grabungskampagne der Virchow-Stiftung vergebens und
fast schon seiner Zeit voraus bessere Arbeitsmethoden und genauere
Untersuchungen, vor allem verwies er auf die Möglichkeit, den
Grabungsaushub zu sieben. Die Zeit der „Lustgrabungen“ war damit beendet und Löns wurde zum Vorreiter und Wegbereiter einer modernen Erforschung der Höhle!
Kurzbiographie des Schriftstellers
Hermann Löns: 1882 ab 1891 1902 1905 1914
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1. Befahrung: Ich
will hinabsteigen in das große Grab unter mir, in die unheimliche Höhle,
in der sich vor undenkbaren Zeiten das glasklare, strudelnde und
sprudelnde Gletscherwasser durch den Kalkfels wühlte, hinabsteigen zu den
Schlupfwinkeln verschollener Bärenjäger, von denen wir nichts erbten,
wie ein paar Topfscherben und einige Steinwaffensplitter. Wir steigen
hinab in den steilen Felskamin, der in die nachtschwarze Einhornhöhle das
Tageslicht und den Sonnenschein fallen lässt. Da ist es feucht, kühl und
schattig, da kommt die Sonne, gebrochen durch der Buchen dichte grüne
Schleier, nur schwach hin. Kalte Luft streicht mir entgegen, wie ich die
Treppe hinabgehe, aus der hellen warmen Gegenwart in die dunkle, kühle
Vergangenheit. Kühl ist es hier. Kein Lichtschein fällt auf den Boden,
kein heller Fleck tanzt auf den Felsen. Und vor mir, hinter dem Gatter
liegt die Höhle. Und in dem Lehm des Bodens liegen die Knochen vom
Riesenbär und dem Wisent, Elch und Rothirsch, gespalten von wilden Jägern,
die hier lebten. Wie lange das erst her ist! .... Durch
den Schacht sehe ich noch einmal den blauen Himmel, das grüne Laub und
das goldne Sonnenlicht, dann bin ich dort, wo nur meine Fackel Licht gibt
und kein anderer Laut ertönt, als das eintönige Klopfen der Tropfen von
den Steinwarzen der Decke. Über den weichen, braunen Höhlenlehm gehe ich
mit lautlosen Schritten. Überall sind die Spuren von Grabscheiten. Die
Wissenschaft hat mit dem Spaten hier der Urgeschichte nahe kommen wollen
und die Knochen und Zähne vom Höhlenbären im Triumpf in die Museen
gebracht. Aber es ist doch nur Stückwerk geblieben, nur Scherben waren
es, die man der Vergangenheit abgewann. Rote Streifen wirft meine
qualmende Fackel an die graue, silberig glitzernde Decke, wo das
durchsickernde Wasser emsig in unendlich langsamer Arbeit an seltsamen
Tropfsteingebilden weiter baut und die Strudellöcher, die des
Gletscherbaches gewaltiger Druck höhlte, mit krystallender Tapete überzieht.
Auf einem Steinblock kauere ich mich hin, stecke die Fackel in den
aufgeweichten Lehm und starre vor mich hin. Rund um mich herum ist
Dunkelheit, schwach leuchtet der Fackel Flamme, und Lautlosigkeit, nur vom
Geklatsche des Tropfenschlags unterbrochen. Ich ging weiter, tief gebückt,
bis der Gang sich weitete und ein hoher Saal sich über mir wölbte. Eine
Tafel kündete mir, dass hier einst auch Schiller hinabgestiegen war, um
mit seinen großen Dichteraugen verschollener Zeiten Gestalten zu sehen.
Mir war, als sähe ich ihn, ehrfürchtiges Staunen in dem schmalen,
lockenumflossenen Gesicht, und ich dachte an die hungrigen Jäger, die ich
eben belauschte, und das beides Menschen wären, Wesen derselben Art. Wir
sind so stolz geworden und so hochmütig, wir modernen Menschen. Von der Höhe
unserer Bildung sehen wir herab auf die Vorzeit. Mit Lächeln betrachten
wir in den Museen die Steinwaffen, lächelnd staunen wir der Ägypter
Bildwerke an. Aber wenn die Zeit sich erfüllt haben wird, dann wird die
Wissenschaft der Zukunft in den Trümmern unserer Städte wühlen, und
kommende Geschlechter werden lächelnd unsere Maschinen und über die
kindliche Auffassung in unseren Büchern sich wundern, stolz auf ihre
Kultur. .... Mich fror bei den kalten Schatten der Vergangenheit, und ich stieg in die warme Gegenwart empor, wo die Buchen ihre grünen Seidenfähnchen schwenkten, wo die Blumen blühten und die Vögel sangen, ging über die weite Wiese, wo Maßliebchen und Schlüsselblumen sich der Sonne freuten, und wo die bunten Schmetterlinge flogen, und tauchte wieder im Walde unter. ...
2.
Befahrung: Ich
öffne die Tür. Ich will mich abkühlen im Schatten der Vorzeit. Eisig
weht mir die Kellerluft der Höhle entgegen. Auf einem Kalksinterblock,
der vor Jahrhunderten von der Wand abbrach, sitze ich und sinne. Zu meinen
Füßen liegt der Hund, steil steigt der Rauch meiner Pfeife empor. Eintönig
klingt der Tropfenfall in der Totenstille. So gar kein sichtbares Leben
ist um mich her, und doch hat auch hier einmal in dem Bette des versiegten
Gletscherbaches der Mensch geliebt und gelacht, geweint und gebangt. Das
Windlicht in der Hand, gehe ich durch den schwarzen Raum. In einer Nebenhöhle
setze ich das Windlicht hin, ziehe das Weidmesser aus der Hosennaht und
scharre im Lehm. Die Messerspitze stößt bald auf etwas Hartes. Ein gut
erhaltener Zahn, ein zerbröckelter, dann noch einige weiter unten, die fördere
ich so nach und nach heraus. Und dann einen kunstgerecht geschlagenen
Feuersteinsplitter, wie ihn die Frauen der Jäger gebrauchten, um Felle
rein zu schaben und Knochen glatt zu kratzen. .... Das
Steinschaberchen ist grau, zwei Zoll lang und von vier langen Flächen,
der breiten Grundfläche und den drei schmalen oberen Flächen, gebildet.
Es sieht so einfach aus, und doch kann der Mensch des zwanzigsten
Jahrhunderts all seine ungeheuren technischen Hilfsmittel zur Hand nehmen,
er wird es nicht fertigbringen, auch nur so ein Splitterchen herzustellen.
Sie ist verloren gegangen, diese Kunst, die
Jäger haben sie mit ins Grab genommen. Vielleicht rückt uns das
Polareis zum dritten Mal auf den Hals, lässt keine Obstbäume mehr blühen,
kein Getreide mehr reifen, ersäuft mit seinen Gletscherbächen unsere
Kohlen- und Erzgruben und vernichtet alle Kultur. Dann werden unsere späten
Nachfahren die alte Kunst wieder lernen, belehrt von der bitterbösen Not. Es
ist spät geworden. Ich steige die Treppe empor, warme Luft streichelt mir
die Backen, und der Eule Ruf bewillkommnet mich. Lachen und Plaudern kommt
mir entgegen. Ein Touristenschwarm will eine Höhlenfahrt machen. Allein würde
keiner von ihnen sich hineintrauen. Und es ist doch so gut, nach heißen
Lebenstagen einmal allein zu sein mit sich im kühlen Schatten der
Vorzeit. ....
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