Höhle der Dichter 2009

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Rückblende

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"Die alten Fabelwesen sind nicht mehr, 
das reizende Geschlecht ist ausgestorben"

Lyrisches und Dramatisches von Friedrich Schiller, vorgestellt von Stefan Dehler und Christoph Huber

Anlässlich der 150. Wiederkehr des Tages dieser Namensgebung und Schillers 250. Geburtstag, haben sich Stefan Dehler und Christoph Huber daran gemacht, Schillers lyrische und dramatische Kunst hörbar zum Leben zu erwecken und längst verlorene, fantastische, fabelhafte Wesen und Zeiten wieder auferstehen zu lassen.

Die Veranstaltung fand statt am Samstag, 16. Mai 09 um 19 Uhr, Einhornhöhle Scharzfeld.

Infotext

Helden steigen und fallen. Es ist ihr Schicksal, eine Zeitlang in der Gewissheit zu leben, nichts und niemand könne sie aufhalten, sich wie die Götter zu fühlen, und wenn nicht das ewige Leben, so doch den ewigen Ruhm zu erlangen, um dann irgendwann aus diesem Traum aufzuwachen. Der Historiker und gewiefte Theaterautor Schiller hat sich nie Illusionen darüber gemacht, wie es um Ruhm und Nachruhm, Wirkung und Nachwirkung in der Welt bestellt ist.

„Dem Mimen flicht die Nachwelt keine Kränze“ behauptete er in einem Sinngedicht, das er als Vorrede einem Theaterstück voranstellte, und er meint damit nicht nur den Schauspieler auf der Bühne, sondern auch alle diejenigen, denen im wahren Leben eine bedeutende Rolle zugesprochen wurde. An seinen berühmten Theaterfiguren hat Schiller es warnend vorgeführt, wie groß die Wünsche und wie klein im Gengensatz dazu die Kräfte des Menschen sind. Mit ironischem Unterton lässt er den Untergang einer ganzen Kultur von einer seiner Bühnenfiguren, Max Piccolomini in „Wallensteins Lager“, kommentieren: „Die alten Fabelwesen sind nicht mehr, das reizende Geschlecht ist ausgestorben.“ Das Publikum hat das mit ahnungsvollem Schauer zur Kenntnis genommen.

Zu einer vergleichbaren Erkenntnis über einstige Größe und Vergänglichkeit kann derjenige kommen, der das imposante Naturwunder der Einhornhöhle bestaunt und weiß, dass er auf meterhohem Staub längst vermoderter, einst mächtiger urzeitlicher Ungetüme herumspaziert. Was einmal ein Furcht erregender Höhlenbär oder Ur-Löwe war, ist inzwischen nur noch Lehm und bröckeliger Kalk. Das Verschwinden der Monster ist insofern zu begrüßen, als der moderne Mensch sich nun relativ sicher durch in die Höhle bewegen kann, aber mag doch den einen oder anderen Besucher auch ein wenig traurig stimmen, dass die Zeiten der schrecklichen Schönheiten unwiederbringlich vorbei sind.

Tröstlich ist aber, dass wir das Verlorene in Gedanken auferstehen lassen können. Der Wissenschaftler rekonstruiert, der Dichter fabuliert. Und so gelingt es, in uns eine Vorstellung  zu wecken, von dem, was einmal war. Die Sänger und Heroen der Antike beispielsweise, die jungfrauenfressenden Drachen, Ritter Delorges und der König Franz im Kranz seiner Damen – alles längst Schnee von gestern, aber dank Schillers Balladenkunst in unserer Fantasie doch wieder lebendig.

Auch der Dichter selbst ist solange unsterblich ist, wie wir unsere Vorstellungskraft bemühen, seine Bücher lesen, und die Theater seine großartigen Stücke aufführen. Der Scharzfelder Beitrag zu Schillers ewigen Leben ist die Gedenktafel in der Einhornhöhle. Auf ihr wird der Festakt zu seinem 100. Geburtstag  und die  feierlichen Benennung des großen zentralen Raums der Höhle als „Schillersaal“ in Erinnerung gerufen.

 

Anlässlich der 150. Wiederkehr des Tages dieser Namensgebung und Schillers 250. Geburtstag, haben sich Stefan Dehler und Christoph Huber daran gemacht, Schillers lyrische und dramatische Kunst hörbar zum Leben zu erwecken und längst verlorene, fantastische, fabelhafte Wesen und Zeiten wieder auferstehen zu lassen.  


Schillerlesung / Plakat


 

weitere Info:  http://www.stille-hunde.de

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