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Ursus spelaeus - Der Höhlenbär
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In allen bisherigen Untersuchungen und Abhandlungen über die Einhornhöhle kam den Knochenfunden besondere Beachtung zuteil. Die Höhle ist vor allem als Fundort von Bärenknochen bekannt. Auch in dem Fundinventar der Grabungen 1985-88 überwiegen eindeutig Knochenfunde von Höhlenbären. Paläontologische Bearbeitungen von Bärenresten lagen vorab von RODE (1935) und SCHÜTT (1968) vor. Der Höhlenbär Ursus spelaeus ist Endglied einer Entwicklungsreihe innerhalb des Stammbaumes der Ursidae. Er unterscheidet sich vor allem durch seine Zahnmerkmale von reinen Fleischfressern.
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Die Backenzähne fallen durch große Kauflächen und zahlreiche Schmelzhügel auf. Dies lässt erkennen, dass der Höhlenbär, ein Vertreter der Carnivoren, eher zu den Pflanzenfressern gerechnet werden muss oder zumindest übergangsweise „gemischte" Nahrung zu sich nahm. Speziell bei den Höhlenbären differieren die Zahlkronen der Backenzähne stark in ihrer individuellen Ausbildung. |
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den letzten Grabungskampagnen wurden über 1000 Bärenzähne und
Zahnbruchstücke gefunden. 600 dieser Zähne konnten in eine biometrische
Auswertung einbezogen werden. Die Ergebnisse der Zahnuntersuchungen wurden mit den Daten anderer Höhlenbären-Populationen verglichen. Ein
wichtiges Kriterium für die Aufstellung einer Entwicklungsreihe innerhalb
der gesamten Art und der einzelnen Populationen ist die morphogenetische
Interpretation der vierten unteren und oberen Vorderbackenzähne (Prämolaren).
Diese zeigen vor allem durch eine Höckervermehrung bei allen
Fundstellen eine Evolutionsrichtung an. Für die Bären der Einhornhöhle
ergibt sich folgendes Evolutionsniveau: Die Zahnfunde zeigen eine
große Variationsstreuung, zudem stammen sie aus zeitlich unterschiedlich
alten Schichten von (bislang bekannt) ca. 40.000 b.p. bis 170.000 b.p..
Vergleicht man zudem die Knochen- und vor allem die Schädelfunde ergibt
sich folgende systematische Stellung für die Bären der Einhornhöhle:
Als Höhlenbär des jüngeren Pleistozäns gehört er dem mit vielen
Lokalrassen sehr variablen Formenkreis des
Ursus spelaeus
ROSENMÜLLER
& HEINROTH 1793 an. Der Einhornhöhenbär hat sich höchstwahrscheinlich
als kleinwüchsige Lokalvarietät frühzeitig von der
Hauptentwicklungsrichtung des Höhlenbären entfernt.
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© Text, Fotos: Dr. Nielbock, Osterode
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